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kiraja kiraja ist weiblich
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Tengri Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

TENGRI

Der Tengrismus war der, auf dem Schamanismus basierende Glaube der mittelasiatischen Nomadenstämme. Der Name leitet sich ab von Tengri (türkisch: Tanri, Gott), Gott des Himmels. Er war der höchste Gott der historischen türksprachigen und mongolischen Stämme in Mittelasien. Ob der Tengrismus eine alleinige Schöpfung türksprachiger Völker ist, ist derzeit noch nicht völlig geklärt. Chinesische Einflüsse sind sehr wahrscheinlich. Im Tengrismus scheint es keine religiöse Spekulation zu geben. Er begnügt sich mit der Konstatierung der Realität der Existenz, ohne diese zu hinterfragen oder gar in Frage zu stellen.

Vater-Himmel,Mutter-Erde und der Mensch
Tengrismus ist der Glaube an die drei Weltpotenzen Himmel (tänri), Erde (Yer), und Mensch (Kisi). Tengri ist der Gott im Himmel. Er ist der Erschaffer und Hüter des kosmischen Gleichgewichts und der nätürlichen Kreisläufe. Yer Su (bei Mongolen, îdäq Yer Sub) ist der große Geist der Mutter-Erde. Sie beseelt alles was der Schwerkraft unterliegt. Ihre Tochter Umay ist die Hüterin des Weltenbaumes in der die Seelen der Ungeborenen heranwachsen. Sie befördert die Seelen zu den Ungeborenen.

Der Mensch besitzt drei Seelen, von denen jedes ein anderes Schicksal, nach dem Tod des Menschen hat. In der Natur gibt es zahlreiche Geister. Zum Beispiel muss man sich in einem Wald, sehr rücksichtsvoll verhalten um nicht den Geist des Waldes zu verärgern. Nach einer erfolgreichen Jagd, trauert ein Tengrist um die Seele des getöteten Tieres und erklärt ihm wieso es sterben musste. Denn es könnte sein dass der Geist des Tieres die noch lebenden Tiere warnt und er deshalb nie wieder Jagdglück hat.

Das Ende allen Daseins bricht an dem Tag über die Welt herein, wenn der Himmel einstürzt und der Boden nachgibt.

Tengri war im frühen alttürkischen die Bezeichnung für den Himmel. Durch die Verehrung des Himmels als den Schöpfer allen Daseins, nahm dieses Wort im Laufe der Zeit die Bedeutung Gott an. Die Herrscher waren dem Glauben nach vom Himmelsgott gesandt,und auch selber „himmelsähnlich“ wie aus Herrschertiteln mancher Khan'e hervorgeht. So wurde auch Tengri auch als zusätzlicher Titel verwendet. Wie z.B. bei Koko Mongke Tengri Ein Herrscher der Göktürken hieß sogar „nur“ Tengri Khan. Daher galt auch der Khan als gottähnlich und äußerst heilig. Sogar wenn ein Khan hingerichtet werden musste, weil er sich nicht an die Stammesgesetze (Töre) gehalten hatte, wurde bei der Hinrichtung darauf geachtet dass sein Blut nicht vergossen wurde, weil auch sein Blut als heilig galt. Darum wurde er nur mit der Sehne eines Bogens erdrosselt.

Aus den alten türkischen Runen (7. Jahrhundert), geht das Folgende tengristische Glaubensbekenntnis hervor: „üzä kök tänri asra yagiz yer kilintikda, ekin ara kisi ogli kilinmis.“ Zu deutsch: „Als oben der blaue Himmel und unten die braune Erde ins Dasein trat, wurde durch diese (dazwischen) das Menschengeschlecht gezeugt.“

Auch in den Inschriften des Bilge Khan (er regierte 716-734 das Reich der Göktürken) wird die Verehrung des Himmels als die höchste spirituelle Kraft deutlich. Darin heißt es: „Im Auftrag des Himmels ist der türkische Herrscher eingesetzt um die Welt zu regieren“. Aber auch im Titel des Bilge Khan: „tänri täg tänri yaratmis türk bilge kagan“, zu deutsch: „Der Himmelsähnliche, vom Himmel (mit dem Volk) zusammengestellte adlige (türk) Bilge Khan.“

Auch Dschingis Khan betrachtete sich als ein Gesandter von Tengri (bei Mongolen Tenger/Tengere). Er begann seine Reden stets mit den Worten: „In Namen des endlosen, blauen Himmel...'

Der höchste Berg Kasachstans heißt heute noch Khan Tengri und galt damals bei vielen Stämmen als der Sitz des leibhaftigen Himmelsgottes Tengri

komplette Info: Quelle - http://de.wikipedia.org/wiki/Tengri#Tengri

lG Kiraja (Marina)

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kiraja kiraja ist weiblich
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Globalisierung à la Tschingis Chan? Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

bestimmt nicht unintersessant:

Ein Gespräch mit Prof. Dr. Schagdaryn Bira in Ulanbator uber die Bedeutung des mongolischen Tengerismus fur die Globalisierung

EM 09-03 · 25.09.2003


EM - Prof. Dr. Schagdaryn Bira ist leitender Sekretär der „Internationalen Assoziation für mongolische Studien“ (IAMS) in der mongolischen Hauptstadt Ulanbator. Die IAMS erstellt historische und aktuelle Studien zur Geschichte und politischen Rolle der Mongolei in der Welt. In seinem Aufsatz mit dem Titel „Die Mongolische Theorie des Tengerismus“ machte Schagdaryn Bira darauf aufmerksam, daß die mongolische Expansion im 13. und 14. Jahrhundert unter den kosmologischen Vorstellungen von der Welt als Einheit stattfand. Daraus seien interessante Lehren für die heutige Globalisierung zu ziehen. Kai Ehlers nahm die Thesen Prof. Biras zum Anlaß, ihn nach der Rolle der Mongolei und der Bedeutung Chinas im Prozeß der heutigen Globalisierung zu befragen.

Kai Ehlers: In Ihrem Artikel, beschreiben sie den mongolischen Tengerismus als eine universalistische Weltsicht, die auch Bedeutung für die heutige Globalisierung haben könnte. Es scheint mir, als seien sich der Tengerismus und der chinesische Universalismus sehr ähnlich. Worin unterscheiden sie sich?

Schagdaryn Bira: Tengerismus leitet sich von dem mongolischen Wort Tengri ab, das zu Deutsch Himmel bedeutet. Anhänger des Tengerismus verehren die große kosmische Einheit allen Lebens. Der Tengri-Kult war Hauptbestandteil des Schamanismus, die älteste Volksreligion der mongolischen und der turkischen Völker.

In der Tat ist Tengerismus so etwas Ähnliches wie Universalismus. Die chinesische Lehre des einen Himmels, des ‚Tien min‘, ist der mongolischen Lehre von Tengri sehr verwandt. Deshalb meinen einige Wissenschaftler, die Mongolen und auch die Turkvölker hätten sie von der klassischen chinesischen Philosophie und politischen Lehre übernommen.

Einen gewissen Einfluß von chinesischer Seite auf den mongolischen Tengerismus hat es sicher gegeben, vor allem zur Zeit der mongolischen Khane in China. Sie imitierten die Lehren von Tien Min. Wir sollten aber nicht vergessen, daß der Schamanismus unter den nomadischen Völkern schon vor ihrer Bekanntschaft mit dem chinesischen Universalismus verbreitet war. Zudem gibt es einen großen Unterschied zwischen mongolischem Tengerismus und chinesischem Universalismus, den wir auch nicht vergessen sollten: Die chinesische Weltanschauung wurde nie über die nationalen Grenzen Chinas hinausgetragen. Die Chinesen versuchten niemals, ihren Universalismus in anderen Staaten einzuführen, seine weltweite Verbreitung zu fördern. Anders die Mongolen. Betrachtet man die riesige Expansion des mongolischen Reiches im 14.Jahrhundert und danach, wird sehr deutlich, daß die mongolischen Khane versuchten, dem Tengerismus Weltgeltung zu verschaffen. Die Mongolen waren nicht nur die ersten Theoretiker, sondern vor allem die ersten Praktiker des Tengerismus.

„Nomadische Völker sind sehr offen für andere Einflüsse und andere Zivilisationen.“
Ehlers: Ja, bisher haben die Chinesen sich nie über die hohen Gebirgsketten, die ihr Land umgrenzen, ausgebreitet. Ihr Universalismus war immer ein rein chinesischer...

Bira: Ja, genau. Einzig der chinesische Himmel...

Ehlers: ...und wer sich in China aufhält, wird auch heute stark damit konfrontiert: Die Chinesen leben in China! China, China, China! Es steht im Zentrum ihres Weltbildes. Doch findet hier momentan eine Veränderung statt: Die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung Chinas, die geradezu in die Welt hinein explodiert! Halten Sie es für möglich, daß sich der chinesische Universalismus aus diesem Druck heraus erstmals auch in anderen Teilen der Welt verbreitet?

Bira: Es sieht derzeit so aus, ja. Es gibt Anzeichen für eine solche Entwicklung, aber ich bin nicht sicher, ob sich Chinas wirtschaftlicher Einfluß über die ganze Welt ausbreiten wird. Das läßt sich noch nicht absehen. Klar ist dagegen, daß die Chinesen, obwohl sie auf eine Jahrtausende alte Zivilisation zurückblicken können, im Gegensatz zu anderen großen Zivilisationen, die inzwischen untergegangen sind, keinerlei historische Erfahrung haben mit der universellen Verbreitung eines kulturellen Anspruchs. Die Chinesen haben niemals versucht, ihre eigene Kultur in weltweitem Maßstabe zu verankern. Im Unterschied zu mobilen nomadischen Völkern waren die Chinesen in der Regel seßhaft. Nomadische Völker waren und sind sehr offen für andere Einflüsse und andere Zivilisationen. Sie bildeten niemals eine geschlossene Gesellschaft, sondern kamen sehr leicht in Kontakt mit anderen Völkern und Nationen. Deshalb ist die Mentalität von nomadischen und siedelnden Völkern ziemlich verschieden.

Tschingis Chans Botschaft: soziale Harmonie
Ehlers: Welche Lehren sind Ihrer Ansicht nach aus dem traditionellen Tengerismus für die Globalisierung zu ziehen?

Bira: Ich würde sagen, die Mongolen haben eine sehr reiche Erfahrung in Sachen Globalisierung. Man sollte aus der mongolischen Geschichte des 13. und des 14. Jahrhunderts lernen: Damals gab es einen realen Tengerismus, es gab so etwas wie einen Prozeß der weltweiten „Verhimmlichung“ der Welt. Denn die mongolische Botschaft war - soziale Harmonie. Alle Völker und Nationen, die es unter dem Himmel gibt, sollten unter einer politischen Macht vereint sein. Das war die Hauptphilosophie der Mongolen.

Diese Vorstellungen wurden gewaltsam durchgesetzt mit militärischer Gewalt. Das ist natürlich ein Kritikpunkt. Aber nach der Vereinigung vieler Nationen im Reich der Mongolen gab es Interaktionen zwischen Asien und Europa, gab es Beziehungen zwischen verschiedenen Völkern Asiens und der Mongolei. Es kam zu regem Austausch unter den Völkern und es gab freien Handel, was dem mongolischen „urtko-System“, dem mit Pferdestationen verbundenen Kommunikationssystem des mongolischen Imperiums zu verdanken war.

Hinter dem Tengerismus standen natürlich wirtschaftliche Interessen. Die herrschende mongolische Klasse wollte sich bereichern, suchte den Zugang zum Reichtum anderer Länder. Aber das Interessanteste an all dem ist, daß Tschingis Chan und seine Nachfolger ihre wirtschaftlichen Interessen weitgehend durch die Philosophie begründen konnten, durch die intellektuell sehr hoch entwickelte Lehre des Tengerismus.

„Die Doktrin der Globalisierung muß verbessert werden“
Und wie ist es heute, im Zeitalter der Globalisierung? Es gibt ebenfalls wirtschaftliche Interessen, nationale und transnationale Korporationen. Die engeren Beziehungen auf der Welt bringen den Völkern, besonders den unterentwickelten Völkern, viel Gutes – Werte, Kommunikations-Technologien usw.

Aber es gibt auch eine Menge negative Auswirkungen der Globalisierung. Das ist der Grund, warum die Doktrin der Globalisierung heute verbessert werden muß, etwa in Hinsicht auf Moral, auf kulturelle oder spirituelle Werte. Die Globalisierung wird nicht viel bewegen können, wenn sie nicht mit einem Wertesystem in Übereinstimmung gebracht wird, wenn wir nicht den Unterschied zwischen Religion und Zivilisation anerkennen. Mit das Wichtigste ist: Globalisierung darf nicht mit Gewalt durchgesetzt werden.

Ehlers: Ja, die alten Wege sind nicht mehr gangbar. Welche Rolle könnte die Mongolei also heute in diesem Prozeß spielen?

Bira: Zuallererst sollte die Mongolei mit anderen unterentwickelten Nationen kooperieren, um ihre Identität zu erhalten, die auf Lebensstil, Kultur und Wertvorstellungen des Nomadismus fußt, sowie auf der Religion und Moralität. Reisende aller Jahrhunderte waren immer sehr inspiriert von der Moral, die sie hier bei den Nomaden angetroffen haben. Auch Christen, die versuchten unter den Mongolen zu missionieren. Bevor die Europäer hierher kamen, hatten sie keine Vorstellung von Asien. Wenn sie an den Kontinent dachten, dann stellten sie sich Herden von Tieren und Wesen mit Hundeköpfen und menschlichen Körpern vor. Erst nach dem Kontakt mit den Mongolen bekamen sie ein realistisches Verständnis von asiatischen Menschen, einschließlich der Mongolen. Das ist der positive Effekt des mongolischen Imperiums, auch wenn es durch Gewalt geschaffen wurde.

Ehlers: Kann die Mongolei, die jetzt zwischen China und Rußland, zwischen Europa und Amerika, also zwischen allen Interessen und Kulturen liegt, heute eine ähnliche Kraft entwickeln?

Bira: Eine sehr wichtige Frage! Aus meiner Sicht schon. Die Mongolei könnte mit Hilfe der Vereinten Nationen eine Rolle als neutralisierender Faktor spielen, um die negativen Konsequenzen der Globalisierung zu verringern. Es geht dabei nicht nur um die Mongolei, die als kleine Nation so eine Rolle spielen kann. Das gilt auch für andere kleine Nationen...

„Wenn kleine Nationen verschwinden, kümmert das kaum jemanden.“
Ehlers: Rund um die Mongolei...

Bira: Ja, rund um die Mongolei. Aber auch für die weiter entfernten Nationen. Die Mongolei sollte eine führende Rolle dabei übernehmen, andere kleine Nationen zusammenzuführen, um gemeinsam deren einzigartige Kulturen und Zivilisationen zu schützen. Es ist sehr wichtig, daß sich die kleinen Nationen der Erde zusammentun. Sonst werden wir die soziale und moralische Balance verlieren. Ich wundere mich manchmal darüber, wie sehr Leute sich grämen, wenn eine der bedrohten Pflanzen untergeht. Dann heißt es, wir verlieren die ökologische Balance – aber wenn kleine Nationen verschwinden, dann kümmert das kaum jemanden. Das ist sehr befremdlich! Aber es geschieht. Die Völker werden einfach assimiliert und verschwinden damit. Wenn Globalisierung jedoch in die richtige Richtung gehen soll, dann muß sie alle Menschen, einschließlich die der kleinen Völker, respektieren.

Ehlers: Vielen Dank für das Gespräch.

Mehr von Kai Ehlers finden Sie hier: www.kai-ehlers.de.

Quelle: http://www.eurasischesmagazin.de/artikel...artikelID=90603

lG Kiraja (Marina)

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05.02.2006 15:22 kiraja ist offline Email an kiraja senden Beiträge von kiraja suchen Nehmen Sie kiraja in Ihre Freundesliste auf Füge kiraja in deine Contact-Liste ein

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das thema tengrismus ist einfach so hammer interresant.

ein schamane der saha-türken (besser bekannt als jakuten, namengebung seitens der russen) in sibirien bei einem ritual

ein schamane der altai-türken in der mongolei
*edit, sorry Bilder entfernt, Urheberrechtsverletzung !!!

Dieser Beitrag wurde schon 4 mal editiert, zum letzten mal von Ögädai am 21.05.2007 20:20.

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Hallo Gökyüzünde

Die Bilder sind schön

Die junge Saha (Saka) ist auch sehr schön.
Zerwus

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Zitat:
Die junge Saha (Saka) ist auch sehr schön.
:gg:

unser Balamir, :biggrin: hast einen guten Geschmack !

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lg euer Ögädai

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29.08.2006 08:47 Ögädai ist offline Email an Ögädai senden Homepage von Ögädai Beiträge von Ögädai suchen Nehmen Sie Ögädai in Ihre Freundesliste auf Füge Ögädai in deine Contact-Liste ein steppenkrieger anrufen Erreichbarkeit von Ögädai
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*ggg* das habe ich mir auch gedacht Tommy :right:

Ich finde diese Bilder auch sehr Aussagekräftig und finde sie Interessant.

lg Silvia

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29.08.2006 10:03 Fürstin Rubina ist offline Email an Fürstin Rubina senden Homepage von Fürstin Rubina Beiträge von Fürstin Rubina suchen Nehmen Sie Fürstin Rubina in Ihre Freundesliste auf Füge Fürstin Rubina in deine Contact-Liste ein

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TENGRISMUS UND GLOBALISIERUNG

Prof. Dr. Bira überschätzt die Bedeutung des Tengrismus für das Mongolische Reich des 13./14. Jahrhunderts. Sicher ist natürlich dass die Mongolen ihre eigene Religion (Tengrismus) hatten und ihr ethisches und gesellschaftliches Handeln daran festlegten. Dem (mongolische) Tengrismus fehlte aber eine fest umrissene Religions-Philosophie. Der (mongolische) Tengrismus war eher ein provinzieller Ableger des chinesischen Universalismus.

Natürlich kann man von einem Nomadenvolk keine hoch entwickelte Schriftkultur erwarten. Den Steppenvölkern fehlten ganz einfach die kulturell-gesellschaftlichen Voraussetzungen z.B. der sesshaft-städtischen Chinesen um religiös-philosophische Persönlichkeiten wie Konfuzius oder Lao-Tse hervorzubringen. Das ist hier aber weder positiv noch negativ gemeint. Die Steppenvölker waren mit ihrem „primitiven Universalismus“ sicher genauso glücklich wie die Chinesen mit ihrem philosophisch-religiösen Kanon.

Deshalb ist es recht Paradox, dass ausgerechnet die Mongolen ihren Tengrismus als Triebfeder der damaligen Globalisierung angesehen haben sollen. Sicher: jedes traditionale (vormoderne) Imperium sah sich als Verkörperung der himmlischen Ordnung auf Erden (quasi im platonischen Sinne). Doch gingen die Mongolen nicht auf Eroberungszug um der Welt ihren Universalismus (Tengrismus) zu offenbaren. Die religiöse Komponente spielte für die Mongolen kaum eine Rolle. Dies ist sicher als eine der großen Schwächen des Mongolischen Imperiums anzusehen. Das die Mongolen in religiösen Fragen noch sehr „unerfahren“ waren sieht man nicht zuletzt daran, dass sie sich schnell an ihr erobertes Umfeld (religiös) anpassten.

Die Mongolen hatten nun mal (in religiös-philosophischer Hinsicht) nichts wirklich neues anzubieten. Die Idee einer Widerspieglung von kosmischer und weltlicher Ordnung wurde von allen damaligen Hochkulturen (China, Islam oder Christentum) ebenfalls ideologisch Befürwortet. Und zwar viel spezifischer als es beim Tengrismus der Fall war.

Die von Prof. Dr. Bira angeführte Weltoffenheit der Mongolen im Gegensatz zum Isolationismus Chinas ist eine sehr vage Aussage. Schließlich waren die Mongolen bis ins 13. Jahrhundert n. u. Z. von der Weltgeschichte weitgehend isoliert. Die Expansion des 13./14. Jahrhunderts ist eher mit einer „Explosion“ vergleichbar, die zum größten Teil auf militär-technische Überlegenheit aufbaut. Obwohl mit den islamischen Staaten Mittel-und Vorderasiens und China zwei der damals wichtigsten Hochkulturen erobert wurden, kam es zu keiner „Mongolisierung“ dieser Zivilisationen. Zwar versuchte Dschingis Khan mit seiner Gesetzgebung (Yasa) die Dominanz der Mongolen abzusichern, doch waren diese Schritte eher aus einer Psychologie der kulturellen Unterlegenheit entstanden. Viel mehr wurden die Mongolen in kürzester Zeit kulturell assimiliert weil ihnen ein eigenes ideologisches Konzept fehlte um als wirkliche Ordnungsmacht aufzutreten. In bzw. durch China wurden sie zu Buddhisten, im islamischen Kulturbereich zu Muslimen. Eine solche Globalisierung, die als Basis lediglich eine militär-technologische Überlegenheit aufweisen kann, steht immer auf tönernen Füssen.

Dagegen ist der Isolationismus Chinas viel vitaler und stabiler. Überhaupt ist hier der Begriff „Isolationismus“ irreführend. China hat (seit der Han-Dynastie) eine enorme geographische Ausdehnung. Dazu kommt dann noch eine weit reichende kulturelle Einflußsphäre. Mittelasien, Korea und Japan, Tibet und Indochina sind ohne chinesischen Kultureinfluss nicht vorstellbar. „Reich der Mitte“ klingt oft etwas statisch und bewegungslos, das China nicht-expansiv sei ist jedoch eher eine optische Täuschung. Keine Hochkultur der Weltgeschichte hat eine derart erfolgreiche Staats-und Gesellschaftsphilosophie wie China. Die Vitalität der konfuzianisch-taostischen Ideologie war der einzige Garant für die kulturellen Höhenflüge Chinas. Und das besonders auch wegen der, zyklisch unvermeidlichen, Ab-und Zusammenbrüche die China (wie jede große Hochkultur) erlebte. „Reich der Mitte“ steht also für jahrtausende von Stabilität und Entwicklung. Das Reich der Mittel versteht sich zurecht als Kristallisations-und Ausstrahlungspunkt kosmischer Ordnung. Der Aufstiegt des (modernen) China zur Weltmacht ist aus dieser Perspektive zu verstehen. Dabei spielt es kaum eine Rolle das China offiziell einer abendländischen Staats-und Gesellschaftsphilosophie (Marxismus-Leninismus) anhängt. Die Ähnlichkeiten zwischen der Absorbierung (Sinisierung) des ausländischen Buddhismus durch das konfuzianisch-taoistische China und der Umwandlung des Marxismus bzw. Kommunismus in ein grundlegend chinesisches Modell sollte jedem auffallen.

Prof. Bira hat aber recht wenn er darauf hinweist, dass die Dimensionen der globalistischen Expansion Chinas nicht absehbar sind . Was andererseits (aus chinesischer Sicht) auch nicht unbedingt zu erwarten ist: die gegenwärtige chinesische Expansion kann genauso gut auf die taoistische Maxime des „tun-durch-nichttun“ oder der Strategie des “siegen-ohne-zu-kämpfen“ aufbauen.

Eine originelle These Prof. Dr. Biras ist die Forderung einer engen Kooperation kleinerer Nationen, besonders solcher mit nomadischer Vergangenheit. Diesen Zusammenschluss versteht der mongolische Wissenschaftler, zunächst, nicht als politischen sondern als Ideellen. Was Prof. Dr. Bira vorschwebt ist wohl eine Art „Denkfabrik kleiner Nationen“ die, von der imperialistischen und neokolonialistischen Expansion westlicher Industrienationen, in ihrer territorialen und kulturellen Einheit bedroht werden. Prof. Bira rechnet dabei mit der kontaktfreudigen Mentalität solcher Nationen. Im Grunde geht es ihm jedoch um ein möglichst weit reichendes Konzept bzw. eine globale Alternative zur westlichen Globalisierung. Dabei kann sich Dr. Bira zurecht auf die Tradition der Seidenstraße berufen. Die Seidenstraße repräsentiert quasi die antike und mittelalterliche Form der Globalisierung. Der gravierende Unterschied zwischen der antiken und modernen Globalisierung liegt wohl in der einseitig materialistischen Ausrichtung der modernen Globalisierung. Die Seidenstraße war dagegen nicht nur ein ökonomisches Medium, sondern gleichzeitig auch ein kulturelles. Jedoch nicht im Sinne einer „One World“. Dank der Seidenstraße profitierten die westlichen und östlichen Völker vom gegenseitigen Kulturaustausch ohne dass eine Seite dabei der anderen eine totale Hegemonie aufzuzwingen brauchte. Vielmehr war die Gleichberechtigung der Garant dieser, größtenteils, friedlichen Koexistenz. In den letzten beiden Jahrzehnten wurde dagegen im Westen (ausgehend von den USA) eine Doktrin des „culture clash“ postuliert, welche die totale Unterwerfung anderer (nichtwestlicher) Kulturen fordert und dafür umfangreiche Kriege (immerhin sieht sich „der Westen“ durch zwei große Kulturblöcke, nämlich der islamischen und der chinesischen, bedroht) in kauf nimmt. Nicht zufällig geht es dabei auch wieder um die Geographie der alten Seidenstraße. Vielleicht bietet dabei gerade die Seidenstraße, wie Dr. Bira wohl ebenfalls hofft, Chancen für friedliche Wege.


(C)oyote

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23.06.2007 20:11 Coyote ist offline Email an Coyote senden Beiträge von Coyote suchen Nehmen Sie Coyote in Ihre Freundesliste auf

VanTast VanTast ist männlich
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Ich trau mich echt fast nicht zu sagen, dass es hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Tengrismus auch was dazu gibt, vielleicht ist das sogar von den Autoren, die hier auch taetig sind.

sonderbar, heute gibt es auch ä und ö/ü gestern gabs nur Fragezeichen


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Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von VanTast am 01.07.2007 10:22.

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30.06.2007 21:12 VanTast ist offline Email an VanTast senden Homepage von VanTast Beiträge von VanTast suchen Nehmen Sie VanTast in Ihre Freundesliste auf
 
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