Der offizielle Höhepunkt des Kölner Karnevals ("Kölsche Karneval") ist der am Rosenmontag stattfindende Rosenmontagszug. Daneben veranstalten viele Vereine Karnevalssitzungen und -bälle mit Auftritten von Büttenrednern, Tanz- und Musikgruppen. Im Gegensatz zum Sitzungskarneval findet der Straßenkarneval weitgehend unorganisiert in den Kneipen und Straßen Kölns während der letzten Festwoche zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch statt. Kennzeichen des rheinischen und besonders des Kölner Karnevals ist das Miteinander zwischen 'Akteuren' auf Bühne und Wagen und 'Zuschauern', indem die Grenze zwischen Darbietung und Rezeption weitgehend zugunsten einer durchgehenden Interaktion aufgehoben ist – alle sind Akteure, niemand ist Zuschauer. Der typische Narrenruf ist „Kölle Alaaf!“. Er bedeutet soviel wie 'Köln voran!', war ursprünglich ein Trinkspruch und ist seit dem 19. Jh. der Kölner Narrenruf.
Treibende Kraft hinter dem Fasteleer sind Fastelovendsjecken, die sich über die tollen Tage ins Getümmel stürzen. Koordinierende Kraft hinter dem offiziellen Kölner Karnevalsprogramm ist das Festkomitee Kölner Karneval als organisatorischer Zusammenschluss der Kölner Karnevalsgesellschaften. Diese traditionsreichen Vereine stellen das Kölner Dreigestirn und einen guten Teil der Teilnehmer bei den offiziellen Karnvalszügen. Die Aufnahmebedingungen sind sehr streng, unter anderem braucht man zwei Mitgliedsgesellschaften als Bürgen.
Am Karnevalssonntag finden die Kölner Schull- un Veedelszöch statt. Die besten Fuß- und Wagengruppen werden dabei prämiert und dürfen am Rosenmontagszug teilnehmen. Daneben veranstalten viele Veedel zwischen Karnevalssamstag und Karnevalsdienstag eigene Umzüge. Diese genießen zwar eher lokale Beachtung, sind aber in der Vorbereitung nicht weniger aufwändig. An der Spitze stehen hier der Ehrenfelder und der Nippeser Zoch, beide mit jeweils bis zu 300.000 Zuschauern. Etwa fünfzigmal heißt es während der tollen Tage irgendwo im Kölner Stadtgebiet: "D'r Zoch kütt."
Neben dem offiziellen hat sich auch ein alternativer Karneval etabliert. Seit 1984 gibt es die Stunksitzung, die als studentische Alternative zum offiziellen Karneval entstand und heute eine Mischung aus kölschem Karneval und politischem Kabarett mit Comedyelementen darstellt und wegen der rasant gestiegenen Kartennachfrage fast vergleichbar einer kleinen Musicalproduktion arbeitet.
Ebenfalls außerhalb der offiziellen Regularien hat sich der nächtliche Geisterzug gebildet. Dieser alternative Umzug war ins Leben gerufen worden, nachdem 1991 der offizielle Rosenmontagszug als Reaktion auf den zweiten Golfkrieg abgesagt worden war und findet seitdem jeweils am Karnevalssamstag statt.
Besonderheiten des Kölner Karnevals
Das "Bützchen" :
Häufig hört man den Ausdruck bützen oder gebützt werden. Diese kleinen, mit geschürzten Lippen großzügig verteilten Küsschen kann jeder abbekommen, der sich ins Getümmel gestürzt hat. Sie sollten nicht als sexuelle Provokation missverstanden werden, sondern sind Teil der kölschen Karnevalstradition.
Die kölsche Karnevalsmusik :
Typisches im Karneval verwendetes kölsches Liedgut ist beispielsweise "Drink doch eine met" von den Bläck Fööss oder "Der treue Husar" (Volksweise, 1825 aufgezeichnet [1]). Neben den auch andernorts für Stimmungslieder typischen Themen wie die Liebe und der Alkohol sind es "menschelnde" Themen, die den Charakter der rheinischen Karnevalslieder ausmachen: der Zusammenhalt im Veedel, Ausländerintegration, und immer wieder die Liebe zur rheinischen Heimat und ihrer Geschichte. Leid und Tod werden nicht ausgespart, kleine menschliche Schwächen werden liebevoll und charmant besungen ("Dicke Mädchen", Höhner). Neben "aktuellen" Karnevalsschlagern und entsprechenden "Dauerbrennern" aus den letzten Jahren spielen auch nach wie vor recht alte und lang überlieferte Karnevalslieder eine große Rolle, was sich insbesondere beim traditionsreichen offiziellen Sitzungskarneval und bei den - von Blaskapellen - geprägten Umzügen bemerkbar macht. Zu den unverwüstlichen Liedern aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gehören vor allem die Schlager von Willi Ostermann, August Batzem, Karl Berbuer, um nur einige zu nennen.
Bekannte Kölner Bands :
Die meisten der unten genannten Bands machen nicht nur Karnevalsmusik, sondern sind das ganze Jahr außerhalb der Karnevalssession unterwegs.
Die Bläck Fööss (Nackte Füße) sind die älteste, wohl bekannteste und wahrscheinlich vielseitigste Kölner Band. Sie decken vom frühen Rock'n'Roll bis zur aktuellen Musik jede Stilrichtung ab und haben den anderen Bands sozusagen den Weg in die offiziellen Sitzungssäle geöffnet.
Brings (Klingt wie Bring' es!, ist aber ein Familienname) ist eine beliebte Kölschrocktruppe aus dem Kölner Umland
Die Höhner (Hühner) sind die vermutlich nach den Bläck Fööss bekannteste Kölner "Karnevals"band mit teilweise überregionalen Hits
Die Räuber spielen überwiegend schwungvolle Karnevalslieder
Die Paveier (Pflasterer) machen kölschen Beat, Rock und neue Krätzjen.
Weitere Musikgruppen und Bands im Kölner Karneval :
Colör
De 5 Fleje
De Boore
De Fetzer
De Junge
De Kläävbotze
De Klüngelköpp
De Rollmoeps
De Schlabberlätz
De Stroßefäjer
De Vajabunde
Die 3 Colonias
Die Filue
Die Labbese
Die Rheinländer
Fantastic Fanfares
Hätzblatt
Kolibris
Kölsch Kubanische Freundschaft
Kölsch Löckchen
Leo Colonia
Marie Luise Nikuta
Paraplüs
Rabaue
Bekannte Kölner Büttenredner
Dä Knubbelisch vum Klingelpötz
Dä Mann met däm Hötche
Dä Mann für alle Fälle
Ne bergische Jung
Et Rumpelstilzche
Ne Tröötemann
Ne Doof Nuss
Bernd Stelter
Klaus und Willi
Der Weltenbummler
Fred van Halen
Et Botterbloemche (†)
Ne Kölsche Schutzmann
Ne bergische Landbote(†)
Ne Knallkopp
Ne Reporter vom Buure Blättche
Feuerwehrmann Kresse
Die Erdnuss
Der Leo
Die Rednerschule
D´r Tulpenheini
Moped Manni
Et Tusnellche
Der Mann von der blauen Partei
__________________ Erfolg ist die Fähigkeit, von einem Mißerfolg zum anderen zu gehen,
ohne seine Begeisterung zu verlieren.
(Winston Churchill)
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